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Auch eine frische Tätowierung kann als Verletzung, wenn auch nur als oberflächliche, der Haut angesehen werden. Die Nachbehandlung ist zwar relativ einfach, aber auch hier kann durch Fehler das Endergebnis beeinträchtigt werden.

Bevor das frisch gestochene Tattoo mit einem Folienverband abgedeckt wird sollte eine spezielle Wund- und Heilsalbe aufgetragen werden, da diese durch geeignete Zusätze, z.b. D-Panthenol den Heilungsprozess der Haut unterstützt. Von der Verwendung ausschließlicher Fettcremes sollte man Abstand nehmen, da diese die Haut luftdicht abschließen und dadurch zusätzliche Reizungen der bereits gestressten Haut eintreten können.

Der Einsatz eines Folienverbandes schützt die Tätowierung nicht nur vor Verunreinigungen, sondern verhindert auch ein Festkleben der Hautpartie an Textilien. Sollte dies durch ausgetretenes Wundsekret oder Blut dennoch einmal passiert sein, dann darf der Wundschorf auf keinen Fall gewaltsam gelöst werden. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Farbe aus der frischen Tätowierung herausgerissen wird und dies zu hellen, farblosen Flecken im Tattoo führt. Es empfiehlt sich mit einem sauberen und nassen Handtuch die Kruste vorsichtig aufzuweichen und den Stoff - ebenfalls vorsichtig - zu lösen.

Nach entfernen des Schutzverbandes die Haut reinigen. Dadurch befreit man den tätowierten Hautbereich sorgfältig von Wundsekret und überschüssiger Farbe. Die Hautstelle wird zwar sehr empfindlich sein, aber eine  gründliche Reinigung ist für den weiteren raschen problemlosen Heilungsverlauf unumgänglich.  Abschließend die Haut trocken tupfen.

Bis zur kompletten Abheilung trägt man nun ca. dreimal täglich Heilsalbe dünn auf das betroffene Hautareal auf. Bei einer Schwellung des Bereichs kann man diese mit dem Auflegen von Eisbeuteln lindern. Nicht vergessen: unbedingt ein sauberes Tuch zwischen Eisbeutel und Wunde legen.

Es gibt Tätowierer die anraten den Folienverband über drei Tage zu tragen. Dies soll die Bildung von Wundschorf nahezu verhindern. Sollte man sich für dieses Vorgehen entschließen, wird  der Verband täglich ein- bis zweimal gewechselt. Bei jedem Wechsel der Folie wird die tätowierte Hautstelle erneut gereinigt und mit Heilsalbe bestrichen. Andere Tätowierer sind gegen diese Art der Nachbehandlung, da die Haut unter der Folie nicht ausreichend belüftet wird und Schweiß nicht normal verdunsten kann.

Eine Alternative zum Folienverband besteht darin, das Tattoo direkt nach der Anfertigung einfach an der Luft trocknen zu lassen. Bei Austreten von Wundsekret oder Blut wird dieses regelmäßig und solange mit Seifenwasser und einem sauberen Tuch abgetupft bis das tätowierte Areal trocken bleibt.

Die Verwendung panthenolhaltiger Wund- und Heilsalben in der Nachbehandlung einer Tätowierung ist am weitesten verbreitet. Panthenol (D-Panthenol, Dex-Panthenol) wird in der Haut zu Panthonsäure (Vitamin B5) umgewandelt und hilft der geschädigten Haut bei ihrer Heilung. Während der Nachbehandlungsphase lagert man diese Cremes am besten bei Raumtemperatur, da sie sonst eine eher zähe Konsistenz aufweisen. Leicht angewärmt lassen sie sich leicht und ohne Druck auf der Haut verteilen.

Auf den Einsatz antibiotischer Präparate kann man bei einem normalen Heilungsprozess getrost verzichten. Lediglich bei problematischer Abheilung oder bei Entzündungen können diese eingesetzt werden.

Die Verwendung von Heilsalben trägt dazu bei, dass der nach 1 - 2 Tagen gebildete Wundschorf geschmeidig  bleibt und nicht austrocknet und einreißt. Man sollte allerdings auch nicht zuviel auftragen, da die Kruste sonst ebenfalls aufweicht. In beiden Fällen würde der Schorf beschädigt, was einer raschen und unproblematischen Wundheilung entgegen wirken würde. Deshalb auch ganz wichtig: langes Duschen, Baden oder Schwimmen sind absolut tabu. Bis zur kompletten Abheilung sollte auf direkte UV-Bestrahlung ebenfalls verzichtet werden, da die Haut in ihrer Schutzfunktion eingeschränkt ist.

Der Wundschorf fällt nach ein- bis anderthalb Wochen von selbst ab und das eigentliche Tattoo kommt zum Vorschein. Zu diesem Zeitpunkt ist die Haut allerdings noch nicht komplett abgeheilt. Deshalb sollte die Pflege mit einer Heilsalbe noch drei bis vier Wochen fortgesetzt werden. Eine Irritation durch Zusätze, die sich in normalen Hautcremes befinden (z.b. Duftstoffe) wird so nicht riskiert.

Aber auch durch die beste Pflege lassen sich manchmal kleine "Schönheitsfehler" im Tattoo nicht verhindern. Nach ein paar Wochen, wenn sich die Haut wieder vollständig regeneriert hat, lassen sich diese durch Nachstechen wieder beheben.

Grundsätzlich sollte die Pflege der Haut niemals vernachlässigt werden. Für Sonnenanbeter bedeutet dies im Besonderen, dass ein Tattoo mit einem hohen Lichtschutzfaktor vor dem Ausbleichen geschützt werden sollte. So behält man lange seine Freunde an einem farbintensiven Tattoo.