Reinigung und Pflege:

- Berührung des frischen Piercings vermeiden
- Berührung mit ungewaschenen Fingern vermeiden
- Berührung mit fremden Körperflüssigkeiten (Speichel, Sperma, Schweiß) vermeiden

- den Schmuck nicht bewegen, ohne Verkrustungen oder sonstige Ablagerungen vorher entfernt zu haben (Verletzung der Wundränder)
- keine blutverdünnenden Medikamente (Aspirin, ASS, etc.) einnehmen für ca. 1 Woche
- Druck und Reibung (durch Kleidung, Gürtel etc.) an der gepiercten Stelle unbedingt vermeiden
- Sauna, Schwimmbad, Solarium sowie Wannenbäder sind für etwa 2 Wochen ganz zu unterlassen
- das noch nicht verheilte Piercing darf nicht mit Seife, Duschgel, etc. in Berührung kommen

Haut- und Knorpelpiercings:

Das frische Piercing zweimal, bei starker Verkrustung dreimal täglich reinigen und desinfizieren. Erst werden die Hände gründlich gewaschen (z.B. Arztseife aus der Apotheke) oder mit Sterilium (ebenfalls aus der Apotheke) desinfiziert, danach das Piercing mit lauwarmen Wasser oder Wasserstoffperoxyd leicht einweichen, um Verkrustungen oder sonstige Ablagerungen mit einem Wattestäbchen entfernen zu können. Nun etwas Desinfektionsmittel auf beide Einstichstellen aufgetragen und der Schmuck mehrmals in beide Richtungen drehen. Anschließend die betreffende Stelle mit einem sauberen Papiertuch trocken tupfen. Zur Desinfektion können folgende Produkte verwendet werden:

Kamillekonzentrat, Betaisodonna oder Octenisept (beides in der Apotheke erhältlich)

Zungen-Piercing:

- 1 Woche nicht rauchen!
- Keine Oralkontakte (Küssen eingeschlossen)
- Milchprodukte, Hefe- und Laugengebäck, Früchte, Fruchtsäfte, scharfe, saure sowie
  zu heiße Speisen vermeiden

Zungen-Piercings besonders aufmerksam pflegen. Gegen die Schwellung der Zunge können öfter Eiswürfel gelutscht werden, diese können auch aus Kamillentee zubereitet werden. Mehrmals täglich mit einer Kamillelösung oder einem antiseptischen Mundwasser z.B. Listerine spülen. Gegen eventuell auftretende Schmerzen gibt es in der Apotheke Lutschtabletten (Dolo Dobendan), diese wirken schmerzlindernd, desinfizierend und abschwellend.

Intim-Piercing:

Bis zur endgültigen Verheilung kein Sex (Oralsex eingeschlossen), wie oben aufgeführt keine Berührung mit ungereinigten Händen. Auch bei Piercings im Intimbereich ist Sauberkeit ein absolutes Muss. Die Pflege ist ähnlich dem des Hautpiercings. Schleimhäute reagieren jedoch etwas empfindlicher auf Desinfektionsmittel. Hier hat sich das Anwenden von Eigenurin sehr bewährt. Wer das nicht kann oder will, sollte sich nach schonenden Alternativen umsehen
(z.B. Betaisodona). Auch hier gelten die gleichen Regeln wie bei
Hautpiercings (Hände gründlich reinigen, Kruste entfernen,usw.) Diesen Vorgang zweimal täglich durchführen.


Zusätzlich zu bedenken:

Das was man Verheilung nennt ist ein Vorgang der bei Medizinern „Epithelisierung“ heißt. Das heißt nichts anderes als Hautwachstum. Durch den Stichkanal wächst die Haut von außen nach innen             (und zwar
1 mm in 5 Tagen). Solange dieser Vorgang nicht abgeschlossen ist sollte der Erstschmuck nicht entfernt werden. Der Stichkanal kann sich innerhalb weniger Stunden wieder schließen und das wiedereinsetzen des Schmucks ist dann ohne neu zu piercen nicht möglich. Auch ein vollständig verheiltes Piercing braucht etwas Pflege. Im Stichkanal sammeln sich z.B. abgestorbene Hautzellen, Schmutz, Talg, etc. Durch den Zersetzungsprozess kann sich auch ein bereits verheiltes Piercing erneut entzünden. Aus diesem Grund sollte das Piercing ab und zu mit Wasser gespült werden. Sollte sich das Piercing einmal entzünden, sollte der Schmuck auf keinen Fall entfernt werden. Der Entzündungsherd kann sich so verkapseln und Eiter nicht abfließen. In solch einem Fall unbedingt an Deinen Piercer oder an einen Arzt (dieser sollte jedoch Erfahrung mit Piercings besitzen) wenden.